Tag 2 – Lost in Liepāja
Tag 2 – Lost in Liepāja

Tag 2 – Lost in Liepāja

Es ist inzwischen 1 Uhr morgens, als unsere Fähre langsam den Hafen verlässt und wir Kurs auf das offene Meer nehmen. Kurze Zeit später verwandelt sich der Aufenthaltsraum bereits in ein Massenlager mit Matratzen und Schlafsäcken, wobei die meisten völlig erschöpft sofort auf ihren Sitzplätzen einschlafen. Erholsam war die Nacht jedoch nicht wirklich, aufgrund durchgehender Beleuchtung im Warteraum, umherirrende Passagiere und penetranten Durchsagen am frühen Morgen. Einzig unsere vier Fahrer (inklusiv Kiba) kamen in den Genuss einer Kabine, in der sie sich für die nächsten 12 Stunden verbarrikadierten und durchschliefen.

Nach einem reichhaltigen Frühstücksbuffet im Bordrestaurant mit Pancakes, Rührei und Würstchen verbrachte man den Tag auf der Fähre mit verschiedenen Aktivitäten. Für den Vormittag war eine Yogastunde an Deck geplant, die jedoch kurzerhand durch verschiedene kleine Spiele ersetzt wurde. Auch Versteckis, Fangis oder irgendwelche Kartenspiele waren beliebte Zeitvertreibe. Die meiste Zeit wurde aber gemütlich mit Sünnälä auf den Liegestühlen verbracht. Am späteren Nachmittag fand dann die erste Fähndli-Olympiade in Form eines Quiz und Rätselspiels statt.

Für das z’Nacht gönnten wir uns einen zweiten Besuch am Buffet, welches recht fleischlastig ausfiel. So konnten die Teilnehmenden nochmal kräftig zuschlagen, bevor sie zwei Wochen im Camp vegetarisch leben müssen. 😉 Nach dem Essen erwartete uns an Deck ein wunderschöner Sonnenuntergang über der Ostsee, der alles in ein kitschiges Rot färbte und in einem regelrechten Fotoshooting endete. Und dann tauchten auch schon die ersten Lichter an der livischen Küste auf und die ersten Umrisse von Land wurden sichtbar. Trotz verspäteter Abfahrt erreichten wir pünktlich um 23:30 Uhr den Hafen von Liepāja. Die lange Reise neigte sich langsam aber sicher dem Ende zu. Dachten wir jedenfalls…

Die nachfolgenden Ereignisse werden in Form eines Logbuchs erzählt.

01:00 Uhr:
Nach 1,5 Stunden können wir endlich von Bord gehen. Wir mussten warten, bis alle Autos die Fähre verlassen hatten. Dann wurden wir mit einem kleinen Bus, in den jeweils nur 10 Personen passen, vom Deck zum Terminal gefahren. Dort angekommen stellte sich die wichtigste Frage von allen. Wo steht jetzt unser Car für die Weiterfahrt nach Miķeļtornis?

01:30 Uhr:
Es heisst abwarten. Ins Terminalgebäude dürfen wir nicht, wie uns ein unmotivierter Hafensicherheitsbeamter vor Ort deutlich macht. So müssen wir vor dem Gebäude warten und hoffen, dass unser Car bald auftaucht.

02:00 Uhr:
In der Zwischenzeit suchten Sprudel und Metro zu Fuss akribisch die Umgebung des Hafens ab, um unseren Fahrer ausfindig zu machen. Das Problem war, dass wir nicht direkt mit ihm kommunizieren konnten, da dieser von Dainis, einem Freund von Fäger (unserer Gastgeberin) organisiert wurde. Also mussten wir via Dainis herausfinden, wo genau er sich am Hafen befindet. Eine Schnitzeljagd um 2 Uhr morgens im lettischen Hafen, genau das, was man sich wünscht.

02:30 Uhr:
Erleichtertes Aufatmen. In der Ferne sehen wir ein Car mit Sprudel und Metro drin abbiegen. Endlich geht’s also weiter. Bis Miķeļtornis sind es noch zwei Stunden Fahrt auf meist strassenähnlichen Abschnitten wie der Landstrasse entlang der Aare auf der Seite von Safnern.

03:45 Uhr:
Nach einem grossen Schlagloch und dem damit verbundenen Kopfstoss wache ich auf. Es grenzt an ein Wunder, dass Fahrwerk und Federung noch intakt sind.

04:30 Uhr:
Nach etlichen Baustellen und lästigen Ampeln auf dem letzten Stück der Strecke sind wir endlich am Ziel, dem Mikelisi von Fäger. Kaum eine Minute später fällt bereits ein Mückenschwarm über uns her. Das Anti Brumm wird sich in diesem Lager noch als sehr wertvolles Gut erweisen.

04:50 Uhr:
Blachen werden ausgebreitet, der Schlafsack wird ausgepackt und so wird die erste «Nacht» auf der Wiese verbracht. Wir wünschen eine Gute Nacht aus Lettland!

5 Kommentare

  1. Marc Dasen

    Liebe Pfadeler!
    Super spannenender und kurzweiliger Blog mit lenendigen Einblicken in euer unvergessliches Abenteuer 👍🏼
    wir freuen uns auf mehr !! 😁
    liebe Grüsse aus der 🇨🇭

  2. Daniela

    Oje, das war aber ein holpriger Start ;-I Es kann also nur besser werden!!! Wir wünschen euch eine unvergessliche Zeit in Lettland und warten sehr gespannt auf weiteres Material von Euch :-D. Herzliche Grüsse aus der Heimat

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